Der Effekt der Funktionellen Elektrostimulation (FES) bei rekonstruktiver Hand- und Armchirurgie bei Tetraplegie
Zusammenfassung der Studie
Die funktionelle Elektrostimulation (FES) stellt in der Rehabilitation eine etablierte Methode in der Behandlung von Menschen mit einer Querschnittlähmung dar. Bei der FES wird mittels Elektroden, welche auf die Haut aufgeklebt werde, Strom auf den Muskel appliziert, wodurch sich dieser kontrahiert. Mittels FES-Training können Effekte wie z.B. Vermeidung und Reduktion von Muskelschwund, Zunahme von Muskelkraft, Leistung und Ausdauer erzielt werden. Die bereits erwähnten Effekte der FES gewinnen zusätzlich an Bedeutung, wenn man eine rekonstruktive Arm und/oder Handchirurgie bei tetraplegischen Patienten in Betracht zieht. Das Ziel der Studie ist es daher zu prüfen, ob die Vorbehandlung mit FES und die integrierte Anwendung der FES in die standardisierte physio- und ergotherapeutische Behandlung bei Patienten mit rekonstuktiver Arm- und Handchirurgie, einen Vorteil im Einsatz des Armes/ der Hand zeigt. Bei der Studie handelt es sich um eine kontrollierte randomisierte Studie. Das bedeutet, dass es zwei Gruppen gibt, wobei die Zuteilung zu den Gruppen zufällig durch eine Auslosung erfolgt: 1. Gruppe „Gruppe mit FES und physio- und ergotherapeutischer Behandlung“ 2. Gruppe „Gruppe mit physio- und ergotherapeutischer Behandlung“ Insgesamt werden 30 Personen in die Studie eingeschlossen, je 15 pro Gruppe. Zusätzlich werden in beiden Gruppen vor und nach der Operation einige Tests zur Überprüfung der Behandlungsmethode durchgeführt. Die Tests finden je nach Gruppenzuordnung an 4-5 Messzeitpunkten statt. Für die Gruppe 1 beträgt die Gesamtstudienzeit 32 Wochen. Für die Gruppe 2 beträgt sie 24 Wochen. Alle bei der Studie verwendeten Stimulationsgeräte sind CE geprüft und werden routinemässig zur Stimulation in der Rehabilitation von Menschen mit Querschnittlähmung eingesetzt.
(BASEC)
Untersuchte Intervention
Vor der Operation wird bei Gruppe 1 der Spendermuskel für 8 Wochen 3mal wöchentlich 30 min. stimuliert. Hierzu werden Oberflächenelektroden auf die Haut über den entsprechenden Muskel geklebt. Die Stimulation unterstützt das Zusammenziehen des Muskels (Muskelkontraktion). Während der Stimulation werden Übungen durchgeführt, wie z.B. das Anheben des Armes gegen die Schwerkraft oder das Stützten auf dem Arm. Vor und nach dieser 8 wöchigen Stimulation werden verschiedene Tests durchgeführt, um zu überprüfen, ob die Stimulation bezüglich Kraft und Funktionalität des Muskels und seinem Muskelvolumen eine Vergrösserung respektive Verbesserung erzielt hat. Ausserdem wird mittels eines Fragebogens der subjektive Nutzen der Stimulation und die Machbarkeit der Anwendung erfragt.
Nach der Operation, wird nach einer 4 wöchigen Ruhigstellung, in der die Hand durch Physio- und Ergotherapie bewegt wird, erneut bei Gruppe 1 mit der Stimulation begonnen. In Kombination mit der standardmässig durchgeführten physio- und ergotherapeutischen Behandlung wird für 12 Wochen täglich 30 min. eine Stimulation des versetzten Muskels in seiner neuen Funktion durchgeführt. EMG-getriggert bedeutet, dass über Oberflächenelektroden die vorhandene Aktivität des Muskels gemessen wird und bei beginnender Aktivität die Stimulation zur Unterstützung und Verstärkung der Aktivität hinzukommt. Dies soll den Prozess des Erlernens der neuen Funktion eines Muskels unterstützen und beschleunigen. Zusätzlich wird 3mal wöchentlich im Rahmen der Therapie, wo muskelkräftigende Übungen durchgeführt werden, diese mit FES unterstützt. Auch hier kommt es zu Beginn und nach 12 Wochen Training zu den oben genannten Tests.
Gruppe 2 führt vor der Operation kein Training durch. Nach der Operation erhält diese Gruppe die standardisierte physio- und ergotherapeutische Behandlung, jedoch ohne FES. Die Durchführung der Test ist gleich, bis auf den ersten Test, den nur Gruppe 1 zu Beginn des FES Trainings vor der Operation, durchführt. Der Fragebogen, der den subjektiven Nutzen und die Machbarkeit der FES untersucht, entfällt ebenfalls für Gruppe 2.
In beiden Gruppen wird die Antriebskraft beim Rollstuhlfahren gemessen 24 Wochen nach der OP.
(BASEC)
Untersuchte Krankheit(en)
Einschränkungen in der Funktion der Arme und Hände bei Patienten mit einer Tetraplegie
(BASEC)
Es können alle Personen teilnehmen, die eine traumatische oder nicht traumatische Querschnittlähmung haben, die zum Zeitpunkt des Studienbeginns länger als 6 Monate zurückliegt. Die Verletzung muss zwischen dem 7.Halswirbel (C7) und dem 1. Brustwirbel (TH1 ) einschliesslich liegen. Das heisst, es liegt eine Tetraplegie vor. Ausserdem müssen eine rekonstruktive Operation am Arm oder der Hand geplant sein, welche im Schweizer Paraplegiker Zentrum durchgeführt wird. Das Mindestalter der Studienteilnehmer liegt bei 18 Jahren. (BASEC)
Ausschlusskriterien
Nicht teilnehmen können Patienten, welche sich zurzeit in der Primärrehabilitation befinden. Auch nicht teilnehmen können diese, wenn sie die den Inhalt der Studie nicht verstehen, aufgrund psychischer, kognitiver oder sprachlicher Probleme. Falls weibliche Personen über eine Schwangerschaft berichten, werden diese ebenfalls ausgeschlossen. (BASEC)
Studienstandort
Luzern
(BASEC)
Sponsor
Ursina Arnet Swiss Paraplegic Research 6207 Nottwil
(BASEC)
Kontakt für weitere Auskünfte zur Studie
Kontaktperson Schweiz
Ines Bersch
+41 41 939 42 06
ines.bersch@clutterparaplegie.chSwiss Paraplegic Centre
(BASEC)
Allgemeine Auskünfte
Swiss Paraplegic Centre Nottwil, Switzerland,
+41 41 939 42 06;+41 41 939 42 06
ines.bersch@clutterparaplegie.ch(ICTRP)
Allgemeine Auskünfte
Swiss Paraplegic Centre Nottwil, Switzerland
(ICTRP)
Wissenschaftliche Auskünfte
Swiss Paraplegic Centre Nottwil, Switzerland,
+41 41 939 42 06;+41 41 939 42 06
ines.bersch@clutterparaplegie.ch(ICTRP)
Name der bewilligenden Ethikkommission (bei multizentrischen Studien nur die Leitkommission)
Ethikkommission Nordwest- und Zentralschweiz EKNZ
(BASEC)
Datum der Bewilligung durch die Ethikkommission
28.01.2017
(BASEC)
ICTRP Studien-ID
NCT03048331 (ICTRP)
Offizieller Titel (Genehmigt von der Ethikkommission)
The effect of functional electrical stimulation in tetraplegia reconstructive surgery of the upper limbs (BASEC)
Wissenschaftlicher Titel
Die Wirkung der Funktionellen Elektrischen Stimulation (FES) in der rekonstruktiven Chirurgie der oberen Gliedmaßen bei Tetraplegie - Eine Pilotstudie (ICTRP)
Öffentlicher Titel
Funktionelle Elektrische Stimulation (FES) und rekonstruktive Tetraplegie Hand- und Armchirurgie (ICTRP)
Untersuchte Krankheit(en)
Querschnittlähmung (ICTRP)
Untersuchte Intervention
Gerät: Funktionelle Elektrische Stimulation (ICTRP)
Studientyp
Interventional (ICTRP)
Studiendesign
Zuteilung: Randomisiert. Interventionsmodell: Parallele Zuweisung. Primärer Zweck: Behandlung. Maskierung: Keine (Offenes Label). (ICTRP)
Ein-/Ausschlusskriterien
Einschlusskriterien:
- traumatische oder nicht-traumatische (> 6 Monate) Querschnittlähmung
- Alter = 18 Jahre
- Läsionshöhe C4 - Th1
- American Spinal Cord Injury Association Impairment Scale (AIS) A/B/C/D
- Geplante rekonstruktive Hand- oder Armoperation im Schweizer Paraplegiker-Zentrum Nottwil
- Unterzeichnete Einwilligungserklärung
Ausschlusskriterien:
- Patienten während der primären Rehabilitation
- Unfähigkeit der Patienten, der Studie zu folgen, z.B. psychische Probleme, Sprachprobleme, Demenz usw.
- Schwangerschaft (anamnese) (ICTRP)
nicht verfügbar
Primäre und sekundäre Endpunkte
Änderung der evozierten Kraft;Änderung der Leistungsabgabe (ICTRP)
Änderung der Canadian Occupational Performance Measurement (COPM);Änderung des Muskelvolumens;Änderung der Behandlungseffektivität;Änderung der Muskelaktivität (ICTRP)
Registrierungsdatum
nicht verfügbar
Einschluss des ersten Teilnehmers
nicht verfügbar
Sekundäre Sponsoren
nicht verfügbar
Weitere Kontakte
Jan Frid?n, Prof. Dr. med.;Ines Bersch, Dr (PhD);Ines Bersch, Dr. (PhD), ines.bersch@paraplegie.ch, +41 41 939 42 06;+41 41 939 42 06, Swiss Paraplegic Centre Nottwil, Switzerland, (ICTRP)
Sekundäre IDs
2015-06 (ICTRP)
Angaben zur Verfügbarkeit von individuellen Teilnehmerdaten
nicht verfügbar
Weitere Informationen zur Studie
https://clinicaltrials.gov/study/NCT03048331 (ICTRP)
Ergebnisse der Studie
Zusammenfassung der Ergebnisse
nicht verfügbar
Link zu den Ergebnissen im Primärregister
nicht verfügbar